Neue Maut-Regel in Italien: Geld zurück bei Baustellen-Stau

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Von Katharina Dümmer

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Stau auf der Autobahn in Italien wegen einer Baustelle
Stau durch Baustellen: Seit Juni 2026 können Autofahrer und -fahrerinnen in Italien Maut zurückfordern© imago images/steinsiek.ch

Die Maut auf Italiens Autobahnen ist traditionell teuer. Ab sofort können auch deutsche Touristen etwas sparen: Seit 1. Juni 2026 kann es bei Staus Geld zurück geben. Wie das geht und auf welche Details es ankommt.

  • Maut-Rückerstattungen bei Baustellen-Staus

  • Die Regelung gilt auch für ausländische Fahrzeuge

  • So funktioniert das Cashback-System

Autofahrende, die in Italien wegen Baustellen länger im Stau stehen, haben Anspruch auf Rückerstattungen der Maut. Die Verkehrsbehörde in Rom legte fest, dass bei deutlicher Überschreitung der normalen Fahrzeit ein Teil oder sogar die gesamte Summe der gezahlten Gebühr zurückerstattet werden muss.

Italien: Maut-Rückerstattung bei Stau

Seit 1. Juni 2026 gilt die Neuregelung für Baustellen-Staus auf Strecken, die vollständig vom selben Anbieter betrieben werden. Ab 1. Dezember 2026 gibt es die Entschädigungen auch dann, wenn die Autobahn in der Hand mehrerer Betreiber ist.

Die Höhe der Maut-Rückerstattung hängt vom Zeitverlust und der Länge der Strecke ab. Ein Berechnungsbeispiel der Autobahngesellschaft Autostrade per l'Italia: 75 Prozent der Maut gibt es zurück, wenn man auf einer 90 Kilometer langen Strecke wegen einer Baustelle 40 Minuten Verspätung hat.

Keine Erstattung gibt es, wenn es sich um sogenannte Notfall-Baustellen handelt oder auch bei Unfällen, Demonstrationen und wetterbedingten Störungen. Alle Infos inklusive Berechnungstabelle findet man auf der Website von Autostrade per l'Italia.

Cashback-System auch für Reisende aus dem Ausland

Auch Reisende aus dem Ausland haben die Möglichkeit, die Maut-Rückerstattung einzufordern: Sie können über das Cashback-Portal auf die Funktion "Nicht registrierte Benutzer" (Rimborso utenti non registrati) zugreifen.

Anschließend benötigt man lediglich die Mautstellen-Quittung und eine E-Mail-Adresse. Die Quittung ist ab vier Stunden nach Abholung an der Mautstelle nutzbar. Nach dem Absenden des Antrags erhält man per E-Mail einen Code, mit dem man jederzeit im speziellen Bereich den Status der Rückerstattung überprüfen kann.

Maut: Wann eine Registrierung erforderlich ist

Eine Registrierung (Rimborso utenti registrati) ist nur dann erforderlich, wenn man ein elektronisches Mautsystem (z.B. Telepass) nutzt oder aber als Vielfahrer nicht jedes Mal seine Daten von Neuem eintragen möchte.

Die Registrierung ist kostenlos, erfordert allerdings eine italienische Steuernummer (Codice Fiscale) oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (für Unternehmen). Diese kann man als deutsche(r) Staatsbürger(in) unter anderem bei der Deutschen Botschaft in Rom beantragen, wie das Auswärtige Amt berichtet.

Weitere Fragen und Antworten rund um Maut-Cashback findet man auf der FAQ-Seite von Autostrade.

Maut in Italien vor großen Änderungen

Italien zählt zu den Ländern mit den höchsten Autobahngebühren in Europa. Und kompliziert ist das System obendrein. Die Gebühr berechnet sich in der Regel nach der gefahrenen Strecke, trotzdem ist das System teilweise intransparent. Eine Vignette wie in Österreich oder der Schweiz kennt das Urlaubsland nicht.

Die Maut-Rückerstattung ist nur ein Teil einer grundlegenden Reform der Autobahngebühren, an der die italienische Verkehrsregulierungsbehörde (Autorità di regolazione dei trasporti; ART) arbeitet: Künftig soll ein einheitliches Berechnungsverfahren gelten, das stärker als bisher an die tatsächlich getätigten Investitionen der privaten Autobahnbetreiber gekoppelt wird.

Italien: Mautgebühren sollen sinken

Ziel ist es, die Maut für Autofahrende zu senken und die Zusammensetzung der Kosten transparenter darzustellen. Bislang war es so, dass die Höhe der Maut regelmäßig jedes Jahr angepasst wurde, ohne dass ein direkter Zusammenhang zu den erbrachten Investitionen bestand. Die ART will, dass Mauterhöhungen nur dann gewährt werden dürfen, wenn sich die Gesamtleistung für die Nutzenden konkret verbessert.

Allerdings: Mögliche Preissenkungen werden nach Einschätzung der ART frühestens ab 2027 oder 2028 bei den Autofahrenden sichtbar werden.

Neues dynamisches Mautsystem

Zu den am meisten diskutierten Änderungen gehört der Plan, auf eine variable Preisgestaltung umzustellen, die auf mehreren Faktoren basiert. Nach dem neuen Modell, das derzeit entwickelt wird, könnten die Mautgebühren von der Tageszeit, dem Verkehrsaufkommen und sogar der Umweltklasse des Fahrzeugs abhängen.

So könnte beispielsweise das Fahren während der Stoßzeiten oder bei hohem Verkehrsaufkommen mehr kosten. Günstiger würde es in ruhigeren Zeiten oder mit einem Fahrzeug mit geringeren Emissionen. Diese Änderungen zielen darauf ab, Staus zu reduzieren, nachhaltigere Fahrgewohnheiten zu fördern sowie Fahrerinnen und Fahrern, die außerhalb der Hauptverkehrszeiten unterwegs sind, einen Mehrwert zu bieten.

Mehr Infos für Autofahrende

Nach dem Willen der ART sollen Autofahrer und Autofahrerinnen künftig außerdem besser informiert werden. Dazu zählen Angaben über:

  • aktuelle Verkehrslage

  • Fahrzeiten in Echtzeit

  • Verfügbarkeit von Ladesäulen

  • Rast- und Tankanlagen

  • Baustellen- und Sperrinfos

  • Infos zur Mautkostenberechnung

Die ART will erreichen, dass Fahrten besser planbar werden und die Nutzer nachvollziehen können, wie sich die Mautkosten zusammensetzen. Dies soll nicht nur Transparenz schaffen, sondern auch das Vertrauen in das System stärken.

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Maut-Infos beim ADAC

Wer eine Autofahrt nach Italien plant, kann sich beim ADAC die Mautkosten entlang seiner Route berechnen lassen. Die Mautgebühren in Italien basieren auf einer Formel, die die zurückgelegte Strecke, die Fahrzeugklasse und den genutzten Autobahnabschnitt berücksichtigt, da jeder Autobahnbetreiber seine eigenen Tarife festlegt.

Auf einigen Autobahnstrecken gibt es keine Mautstationen mehr, sondern es gilt das Free-Flow-System, bei dem die Autos elektronisch erfasst werden. Außerdem gibt es Strecken mit einer pauschalen Mautgebühr, zum Beispiel bei Mailand.

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Mitarbeit: Sabrina Doschek

Mit Material von dpa.