Belgien führt Maut ein: Ab wann sie gilt und was sie kostet

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Von Katja Fastrich

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Ein Autobahnschild auf einer Autobahn in Belgien
Wer mit dem Auto nach Belgien fährt, muss ab 2027 in Belgien eine Autobahn-Maut bezahlen© IMAGO/Werner Lerooy

Belgien will für die Nutzung seiner Autobahnen eine Maut mit verschiedenen Tarifen einführen. Ab wann sie gilt, was sie kostet und wer davon profitiert.

  • Einführung für Mai 2027 geplant

  • Maut soll online und als Plakette erhältlich sein

  • E-Fahrzeuge zahlen weniger

Belgien will ab Mai 2027 eine Mautplakette für aus- und inländische Fahrzeuge unter 3,5 Tonnen auf Autobahnen, National- und Regionalstraßen einführen. Darauf haben sich nach Angaben der belgischen Nachrichtenagentur Belga die drei Regionen Flandern, Wallonien und Brüssel geeinigt. Die Plakette soll über eine elektronische Plattform, aber auch an Tankstellen gekauft werden können.

Maut in Belgien: Was sie für welche Fahrzeuge kostet

Preise in Euro nach Laufzeit und Schadstoffklasse

Laufzeit

Elektroauto

Euro 4 und neuer

Euro 0 bis 3

24 Stunden

8,10

9,00

11,25

10 Tage

10,80

12,00

15,00

1 Monat

17,10

19,00

23,75

2 Monate

27,00

30,00

37,50

1 Jahr

90,00

100,00

125,00

Quelle: Automobile Club du Luxembourg

Die Kosten unterscheiden sich je nach Fahrzeug. Dabei sind Elektroautos mit geplanten 90 Euro im Jahr am günstigsten, während für alte Autos mit Verbrennungsmotor bis zu 125 Euro erhoben werden sollen. Zudem soll es Kurzzeittarife von einem Tag bis zu zwei Monaten geben. Ausgenommen werden sollen unter anderem Motorräder und Reisebusse.

Ob sich die Autofahrenden an die Regeln halten, wollen die Behörden mit Kameras überprüfen. Bei Verstößen droht ein Bußgeld von 70 Euro. Bei wiederholten Verstößen steigt der Betrag und liegt ab dem dritten Verstoß bei 210 Euro.

Bislang ist in Belgien nur der Liefkenshoek-Tunnel nördlich von Antwerpen mautpflichtig.

Hier finden Autofahrende nützliche Infos zu Belgien

Weniger Kfz-Steuer wegen Autobahn-Maut?

Manche Details des Vorhabens sind aber noch nicht geklärt. Zum Beispiel ist unklar, ob und, wenn ja, wie belgische Autofahrer durch eine Reform der Kfz-Steuer entlastet werden. An dieser Frage war auch Deutschlands Vorstoß für eine Pkw-Maut gescheitert.

Das Vorhaben war ein Prestigeprojekt der CSU und wurde 2019 vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) als rechtswidrig gestoppt. Zentraler Knackpunkt war, dass nur Fahrer aus dem Inland für die Maut voll bei der Kfz-Steuer entlastet werden sollten.