Unwetter in Norditalien: Was Reisende jetzt wissen müssen
Von Kati Thielitz

Nach schweren Unwettern in Nord- und Mittelitalien hat sich die Wetterlage deutlich entspannt. In einigen Gebieten dauern die Aufräumarbeiten und Verkehrsbehinderungen jedoch an. Was Reisende jetzt wissen müssen.
Update: Keine Unwetterwarnungen mehr
Lombardei: SS42 del Tonale weiterhin gesperrt
Parks in Florenz größtenteils wieder offen
Nach heftigen Gewittern und Starkregen hat sich die Lage in Nord- und Mittelitalien beruhigt. Die Aufräumarbeiten dauern jedoch an, besonders in der Valcamonica kommt es noch immer zu Einschränkungen. Erdrutsche und Überschwemmungen hatten Straßen unpassierbar gemacht, den Bahnverkehr gestört und mehrere Orte vorübergehend von der Außenwelt abgeschnitten. Am Sonntag, den 23. August, gelten für ganz Italien jedoch keine Unwetterwarnungen mehr.
Lombardei beantragt den Notstand
Die Unwetter haben vor allem in den Provinzen Bergamo und Brescia schwere Schäden verursacht. Die Region Lombardei will daher den Notstand beantragen. Im Bergdorf Isola di Fondra im Brembana-Tal in der Provinz Bergamo mussten vorübergehend rund 250 Menschen – Urlauber und Mitarbeitende – von einem Campingplatz evakuiert werden.
Zusätzlich mussten in mehreren Berggemeinden rund 150 Menschen ihre Unterkünfte verlassen. Diese zeitweise von der Außenwelt abgeschnittenen Orte Foppolo, Branzi, Carona, Valleve, Valbondione und Gandellino sind nach Angaben italienischer Medien inzwischen wieder erreichbar. Auf einzelnen Abschnitten gilt jedoch eine Einbahn- bzw. Wechselverkehrsregelung. Erdrutsche und Überschwemmungen hatten Straßen unpassierbar gemacht.
Straßen gesperrt, Bahnverkehr läuft wieder
In der Valcamonica führten Erdrutsche und ein Brückeneinsturz zu schweren Verkehrsproblemen. Die SS42 del Tonale zwischen Sonico und Malonno bleibt nach einer Gerölllawine auch am Sonntag, 23. August, gesperrt. Die Behörden empfehlen für Fahrten in die obere Valcamonica weiträumige Alternativen über den Apricapass (SS39) oder über den Tonale-Pass.
Auch in den Alpenregionen der Provinzen Bergamo und Brescia war der Verkehr beeinträchtigt. Inzwischen hat sich die Lage vielerorts entspannt. So ist die wichtige Uferstraße SS340 Regina am Comer See wieder für den Verkehr freigegeben. Auch nahe des beliebten Küstenorts Portofino in Ligurien konnte eine nach einem Erdrutsch gesperrte Zufahrtsstraße wieder geöffnet werden.
Aktuelle Verkehrsinfos zu Italien und Infos zu Straßensperren gibt es auf der Internetseite autostrade.it .
Im Bahnverkehr haben sich die wetterbedingten Störungen erledigt. Reisende sollten ihre Verbindung trotzdem kurz vor Fahrtantritt bei der der italienischen Trenitalia prüfen.
Parks in Florenz größtenteils wieder offen
Die wetterbedingten Schließungen in Florenz, der Hauptstadt der Region Toskana, sind größtenteils aufgehoben. Der bei Urlaubern beliebte Boboli-Garten hinter dem Palazzo Pitti öffnete nach Angaben der Uffizien am Samstagmittag wieder. Drei städtische Grünanlagen sind allerdings noch gesperrt: der Parco di Rusciano, der Giardino Chelazzi an der Via dell'Agnolo und der ehemalige Tiergarten im Cascine-Park. Dort dauern die Aufräumarbeiten an.
Auch in Mailand blieben am Freitag wetterbedingt städtische Parks geschlossen.
Südtirol: Wanderer gerettet
Im Gadertal in Südtirol hatte am Donnerstag, 20. August, eine Mure die Zufahrtsstraße zur beliebten Capanna-Alpina-Hütte auf 1700 Metern Höhe verschüttet. Einsatzkräfte waren ausgerückt, um rund 150 Wanderer und Bergsteiger in Sicherheit zu bringen. Sechs weitere Personen, die sich weiter oben im Gelände aufgehalten hatten, wurden per Hubschrauber ausgeflogen.
ADAC Auslandsnotruf: +49 89 22 22 22. Hier erreichen Sie immer ADAC Mitarbeiter, die Hilfe vermitteln – in der Auslandsnotrufstation vor Ort oder in der Zentrale.
Norditalien: Entspannung nach den Unwettern
Für Sonntag, den 23. August, gelten in Italien keine Unwetterwarnungen mehr. Detailinformationen und Wettervorhersagen sind beim italienischen Zivilschutz und beim italienischen Wetterdienst erhältlich.