Waldbrände in Frankreich: So ist die aktuelle Lage

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Von Katharina Dümmer

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Ein Feuerwerhmann versucht einen Waldbrand in der Nähe von Bordeaux zu löschen
Mit dem Anstieg der Temperaturen steigt auch die Waldbrandgefahr in Südfrankreich wieder © dpa/Guillaume Bonnaud

Der Sommer in Frankreich will es noch einmal wissen: Der Süden des Landes wird von einer Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 36 Grad überzogen. Die Gefahr für Waldbrände steigt. Die aktuelle Lage im Überblick.

  • Update: Heißester Sommer in Frankreich seit Start der Messungen

  • Waldbrandrisiko in der Mittelmeer-Region hoch

  • 36 Grad im Südwesten am Wochenende

  • Diese Rechte haben Reisende

Frankreich hat die große Hitze des Sommers noch nicht hinter sich. Seit Tagen klettern im Süden des Landes die Temperaturen wieder nach oben, nicht selten über 30 Grad. Die Waldbrandgefahr steigt ebenfalls wieder an. In einer beliebten Urlaubsregion gilt nach Prognosen des französischen Wetterdienstes Météo France sogar die zweithöchste Warnstufe. Es gibt wieder mehr Waldbrände als zu Wochenbeginn.

Temperaturen von bis zu 36 Grad im Südwesten

Die heißen Temperaturen sollen über das erste September-Wochenende anhalten. Betroffen ist vor allem der Süden des Landes. Im Südwesten sind örtlich sogar 36 Grad möglich. Prognose für das Wochenende: Bordeaux 36 Grad, Marseille 35 Grad, Montpellier 33 Grad, Ajaccio auf Korsika 30 Grad.

Kleinere Waldbrände am Atlantik und am Mittelmeer

Im Süden Frankreichs, an der Mittelmeerküste, gilt derzeit für fünf Départements die zweithöchste Gefahrenstufe für Waldbrände. Für etliche weitere, inklusive Korsika, gilt die dritthöchste Warnstufe. Nur im Nordwesten und einigen Regionen im Nordosten ist die Waldbrandgefahr aktuell gering.

Die Zahl der Waldbrände hat in den letzten Tagen zugenommen. Kleinere Feuer werden derzeit aus der Region zwischen Bordeaux und Biarritz am Atlantik und aus der Mittelmeer-Region (bei Perpignan, Montpellier, Nîmes oder Grasse) gemeldet.

Einen Überblick darüber, wo derzeit Waldbrände lodern, bietet die Internetseite Feux de Foret.

Gesundheitsrisiko Hitze: So schützen Sie sich

Bordeaux: Campingplätze, Strände etc. wieder offen

An der Atlantikküste bei Bordeaux, wo die bislang massivsten Brände der Saison in Frankreich auf einer Fläche von 42.000 Hektar gewütet und zwischenzeitlich weit über 200.000 Menschen in die Flucht getrieben hatten, ist der Wiederaufbau in vollem Gange.

Tourismusorganisationen werben für die Rückkehr der Reisenden, die Wasser- und Luftqualität seien in Ordnung. Campingplätze, Strände, Freizeit- und Wassersportzentren sind wieder zugänglich, ebenso wie eine Reihe von Fahrradrouten durch die Region. Nur der Zugang bzw. die Zufahrt zu den konkret von den Bränden betroffenen Gebieten bleibt teilweise noch untersagt, auch wegen der Gefahr umstürzender Bäume.

Betroffen von den Bränden bei Bordeaux war auch das Becken von Arcachon, das bei Touristinnen und Touristen sehr beliebt ist. Evakuiert waren etliche Campingplätze und Ferienzentren, unter anderem: La Grigne, Camping Brémontier, Camping La Prairie und Flower Camping La Canadienne.

Aktuelle Informationen über die behördlichen Maßnahmen bieten die Präfekturen der Gironde und der Landes.

2026: Heißester Sommer in Frankreich seit 1900

Der Sommer 2026 war der heißeste und sonnigste Sommer seit Start der Messungen im Jahr 1900. Wie der staatliche Wetterdienst Météo France Anfang September mitteilte, hätten die Höchsttemperaturen oft nie dagewesene Werte erreicht und den Saisondurchschnitt um 4,8 Grad übertroffen. An 53 Tagen herrschte laut Météo France eine Hitzewelle - so häufig wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen. Der bisherige Rekord aus dem Sommer 2022 mit 33 Hitzetagen wurde damit deutlich übertroffen. Zudem fiel rund 40 Prozent weniger Niederschlag als üblich. Landesweit herrschte eine beispiellose Trockenheit, während an den Küsten rekordverdächtige Meerestemperaturen gemessen wurden.

Zudem kam es zu zahlreichen Waldbränden von beispiellosem Ausmaß, die durch die klimatischen Bedingungen noch verschlimmert wurden. Nach Angaben von Météo France wird 2026 das Jahr mit der größten jemals verzeichneten Brandfläche sein. Mehr als 100.000 Hektar Fläche wurde von Flammen erfasst.

Tipps für Reisende in Frankreich

Sollte sich die Waldbrandsituation wieder verschärfen: Reisende in Waldbrandregionen müssen mit Evakuierungen, gesperrten Straßen (vor allem Landstraßen, mitunter aber auch Autobahnen), Sichtbeeinträchtigung durch Rauchentwicklung, starker Luftverschmutzung, Einschränkungen im touristischen Angebot und unterbrochenen Bahnverbindungen rechnen.

Es ist möglich, dass Campingplätze oder andere Unterkünfte vorübergehend geschlossen werden müssen. Wer fürchtet, betroffen zu sein, sollte vor Reisebeginn mit der Unterkunft Kontakt aufnehmen und sich über die Situation vor Ort erkundigen.

Auch sind Stromausfälle in den Waldbrandregionen möglich. Neben dem Ausfall von Klimaanlagen und Lüftungssystemen sowie Beeinträchtigungen von WLAN, Mobilfunknetzen und Internetverbindungen können auch Auswirkungen auf Wasserversorgung und Zahlungsverkehr (Geldautomaten, Kartenzahlung) nicht ausgeschlossen werden.

Aufgrund der Hitze muss generell mit Wasserknappheit gerechnet werden. Das könnte dazu führen, dass private Pools trocken bleiben, die Strandduschen außer Betrieb genommen werden oder man nur zu bestimmten Uhrzeiten fließend Wasser hat. Engpässe bei der Trinkwasserversorgung in den Urlaubsgebieten dürfte es aber zunächst nicht geben.

Den Empfehlungen und Anweisungen der Behörden ist unbedingt Folge zu leisten. Waldbrände sind unberechenbar. Die Lage kann sich sehr schnell ändern.

ADAC Auslandsnotruf

ADAC Mitglieder, die in ihrem Urlaub in Not geraten und Hilfe benötigen, können sich an den ADAC Auslandsnotruf (Tel. +49 89 22 22 22 ) wenden. Weitere Kontaktmöglichkeiten zum ADAC finden Sie hier.

Autos durch Feuer stark beschädigt: Wer zahlt?

Ausgebrannte Wohnwagen, Wohnmobile oder Autos sind über die Teilkasko versichert. Zelte und Hausrat sind außerhalb Deutschlands über die Hausratversicherung normalerweise nicht versichert, dies muss individuell mit der Versicherung abgeklärt werden. Wer eine Camping-Versicherung abgeschlossen hat, bekommt sein Hab und Gut in der Regel ersetzt.

Der ADAC organisiert bei einem Brandschaden oder Totalschaden im Ausland den Fahrzeugrücktransport nach Deutschland, allerdings nur unter bestimmten Bedingungen.

Und ganz wichtig: Wurde das Fahrzeug durch Waldbrände beschädigt, muss man seine Autoversicherung umgehend informieren.

Weiterführende Hinweise und Tipps: Auto abgebrannt – Zahlt die Versicherung?

Verhaltensregeln zur Vermeidung von Waldbränden

In den besonders betroffenen Waldbrandregionen sollten Reisende besonders vorsichtig sein. Nicht selten werden Waldbrände auch durch Unachtsamkeit ausgelöst.

Naturkatastrophen: Diese Rechte haben Reisende

Pauschalurlauberinnen und -urlauber können kostenlos stornieren, wenn am Urlaubsort oder in dessen unmittelbarer Nähe sogenannte unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände auftreten, die die Reise erheblich beeinträchtigen.

Waldbrände können solche außergewöhnlichen Umstände sein, allerdings muss die gebuchte Reise auch konkret oder zumindest mit hinreichender Wahrscheinlichkeit von diesen Bränden bzw. den Folgen, wie Rauch in der Luft, betroffen sein. Urlauber können sich hierauf nur berufen, wenn die Reise zeitnah bevorsteht und es in eine Region gehen soll, in der die Waldbrände unmittelbar stattfinden.

Anders sieht es aus, wenn die Reise nicht in Kürze beginnt. Schließlich kann man nicht immer vorhersagen, wann Brände gelöscht sein könnten. Somit lässt sich auch nicht Wochen oder Monate vor Beginn der Reise abschätzen, ob diese erheblich beeinträchtigt wird. Ein kostenloses Storno wäre dann also nicht möglich. Brennt es irgendwo anders im Land, ist dies ebenfalls kein Grund, kostenfrei zurückzutreten. Es empfiehlt sich bei nicht unmittelbar bevorstehenden Reisen, die Entwicklung der Lage im Einzelfall vor Ort weiter zu beobachten.

Hitze oder Angst vor Waldbränden kein Stornogrund

Extreme Hitze allein genügt übrigens nicht, um eine Reise kostenlos zu stornieren. Wird die Reise aus bloßer Angst oder wegen Bedenken abgesagt, muss damit gerechnet werden, dass der Veranstalter Stornokosten verlangt.

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Feuer treten während des Urlaubs auf – was tun?

Treten im Pauschalurlaub die Probleme erst während der Reise auf, kann man den Vertrag unter gewissen Voraussetzungen kündigen und die Heimreise antreten. Hierzu muss aber belegt werden, dass die Reise durch außergewöhnliche Umstände erheblich beeinträchtigt wird. Muss der Reiseveranstalter aufgrund der vorzeitigen Kündigung der Reisenden Leistungen nicht mehr erbringen, kann er hierfür auch keine Kosten verlangen. Außerdem muss er die Rückreise der Reisenden sicherstellen, wenn diese Teil des Reisevertrags ist. Mögliche Mehrkosten sind vom Reiseveranstalter zu tragen.

Ist die Rückreise wegen außergewöhnlicher Umstände nicht möglich und müssen Reisende länger bleiben, ist der Veranstalter verpflichtet, eine Unterkunft für einen Zeitraum von maximal drei Tagen zu bezahlen. Wer seine Reise fortsetzt, kann den Reisepreis gegenüber dem Reiseveranstalter mindern, wenn ein (nicht unerheblicher) Reisemangel vorliegt, zum Beispiel weil vertraglich vereinbarte Leistungen nicht erbracht werden.

Waldbrände: Das gilt für Individualreisende

Nach deutschem Recht müssen auch Individualreisende bereits gebuchte Leistungen wie Flug und Unterkunft nicht zahlen, wenn diese nicht erbracht werden. Das kann der Fall sein, wenn die Urlaubsregion, in der sich das Hotel befindet, gesperrt ist. Ist die Unterkunft jedoch zugänglich, ohne dass Reisende sich in Gefahr begeben, sind diese auf die Kulanz des Anbieters angewiesen. Reisende bekommen auch dann ihr Geld zurück, wenn ein kostenfreies Rücktrittsrecht vertraglich vereinbart wurde.

Mit Material von dpa.