Das Elektroauto als Stromspeicher: So funktioniert bidirektionales Laden
Von Thomas Paulsen

Das eigene Haus mit Strom aus der E-Auto-Batterie versorgen: Klingt nach einer genialen Idee. Was schon funktioniert, was noch besser werden muss.
Stromspeicher können unabhängiger vom Versorger machen
Noch gibt es kaum geeignete Autos und Wallboxen
Für Strom aus E-Fahrzeugen entfällt das Netzentgelt
Bidirektionales Laden erlaubt Stromfluss vom E-Auto zurück ins Haus oder Stromnetz – das Fahrzeug wird zum mobilen Speicher.
Nutzen: Strom aus PV-Anlagen kann gespeichert und später genutzt werden, z.B. nachts oder bei Stromausfall.
Technik: Wandlung zwischen Gleichstrom (Auto) und Wechselstrom (Haushalt) erfolgt über Gleichrichter in Fahrzeug oder Wallbox.
Varianten: V2L (Geräte laden), V2H (Hausversorgung), V2G (Netzeinspeisung).
Herausforderungen: Noch wenige kompatible Fahrzeuge und Wallboxen.
Normierung: ISO 15118-20 soll Kompatibilität zwischen Auto, Wallbox und Energiemanagement sichern.
Zukunft: Bidirektionales Laden kann zur Netzstabilität beitragen und die Energiewende unterstützen.
Diese Zusammenfassung wurde mit KI Unterstützung auf Basis des folgenden Artikels erstellt und vom Autor des Artikels geprüft.
Das Elektroauto als Stromspeicher
Endlich unabhängig werden vom Energieversorger: Davon träumen viele Menschen. Wer eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach hat, hat den ersten Schritt schon getan. Aber mehr als 30 Prozent vom Eigenbedarf lassen sich mit der Sonne kaum decken, zu sehr schwanken Wetter und eigener Stromverbrauch von Tag zu Tag.
Erhöhen lässt sich dieser Anteil mit einem eigenen Stromspeicher. Weshalb auch die Nachfrage nach Großbatterien zunimmt. Aber warum einen Stromspeicher kaufen, wenn das eigene Elektroauto auch eine Batterie hat? Das E-Auto könnte tagsüber überschüssigen Strom, etwa aus der Photovoltaik-Anlage speichern und bei Bedarf wieder zurückgeben – an ein elektrisches Gerät, ins Haus- oder Stromnetz.
Tatsächlich versprechen sich viele Fachleute von dieser Möglichkeit, dem bidirektionalen Laden, einen wichtigen Schritt hin zu mehr Energiesicherheit. Autobatterien, die Strom nicht nur aufnehmen, sondern auch wieder abgeben, könnten die schwankende Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen ausgleichen.
Bidirektionales Laden: So funktioniert es
Beim bidirektionalen Laden kann Strom in zwei Richtungen flie ßen: Zunächst aus dem Netz in einen Speicher – und anschließend wieder aus ihm heraus, zurück ins Netz. Grundsätzlich sind dazu viele Geräte längst in der Lage. Jeder Akku speichert Strom und gibt ihn anschließend wieder ab, Laptops und Powerbanks versorgen Handys mit Energie.
Will man eine E-Auto-Batterie zum bidirektionalen Laden nutzten, braucht es allerdings einen Zwischenschritt. Denn die Hochvolt-Batterien von Elektroautos speichern Gleichstrom (DC), im Haushalt wird aber nur Wechselstrom (AC) genutzt. Deshalb muss der Wechselstrom beim Laden in Gleichstrom umgewandelt werden. Dafür sorgt ein Gleichrichter, entweder im Bordladegerät des Fahrzeugs oder in einer DC-Wallbox.
Wenn der Strom aus der Autobatterie anschließend wieder ins Haus- oder Stromnetz zurückgegeben werden soll, muss dieser Prozess in umgekehrter Richtung ablaufen, der Gleichstrom also wieder in Wechselstrom zurückgewandelt werden. Dafür braucht man einen Wechselrichter. Auch dafür ist also eine technische Vorbereitung nötig.
V2L, V2H, V2G: Drei Varianten

Es gibt drei Varianten des bidirektionalen Ladens. Die einfachste und schon in einigen Modellen erhältliche: Im E-Auto befindet sich eine ganz normale Schuko-Steckdose, an die man unterwegs elektrische Geräte anschließen kann. Diese Funktion wird als Vehicle-to-load (V2L) oder Vehicle-to-Device (V2D) bezeichnet. Fahrzeuge wie der Hyundai Ioniq, der Kia Niro oder die Modelle von MG verfügen über diese Option. Wirklich revolutionär ist das zwar nicht – dafür aber sehr praktisch, etwa für Camper oder alle, die unterwegs Strom benötigen. Zum Beispiel Handwerker, um Werkzeuge zu betreiben oder zu laden.
Die zweite Variante: Das an die Wallbox angeschlossene E-Auto gibt Energie ans Stromnetz des Hauses ab. Hier spricht man von Vehicle-to-Home (V2H). Dabei hängt das E-Auto wie beim Laden an der hauseigenen Wallbox und bei Bedarf – etwa weil die Photovoltaik-Anlage auf dem eigenen Dach keinen Strom liefert – wird der vorher geladene Strom zum Eigenverbrauch abgegeben.
Und zuletzt die anspruchsvollste Option: Das E-Auto speist den in der Batterie gespeicherten Strom nicht nur ins heimische, sondern sogar ins öffentliche Netz ein: Vehicle-to-Grid (V2G). Die Vision dahinter: Durch eine intelligente Steuerung könnten viele Tausend E-Autos zu einem "virtuellen Kraftwerk" zusammengeschaltet werden und so zur Stabilisierung der Energieversorgung beitragen. Etwa während der Bedarfsspitzen am Morgen und am Abend, wenn in vielen Haushalten gleichzeitig das Licht oder der Herd angeschaltet wird.
Diese Autos können bidirektional laden
Die Zahl der Autos, die zumindest theoretisch eine Variante des bidirektionalen Ladens beherrschen oder auf sie vorbereitet sind, steigt. Zu ihnen gehören Modelle von Genesis (z.B. G80 und GV70), Volvo (z.B. EX90), von Cupra oder Volkswagen (ID.3, ID.4, ID.5, ID.7 und ID.Buzz).
| Modell | Stecker | AC / DC | Art |
|---|---|---|---|
Cupra Born und Cupra Tavascan (jew. mit 77 kWh und VW-Konzern-Software 3.5) | CCS | DC | V2H: lt. VW seit Anfang 2024 mit Wallbox und Hauskraftwerk S10 E Compact von E3/DC / V2G (vorbereitet) |
Ford Explorer / Ford Capri (beide auf Basis der VW-ID-Plattform) | CCS | DC | V2H: lt. Ford seit Anfang 2025 mit Wallbox und Hauskraftwerk S10 E Compact von E3/DC / V2G (vorbereitet) |
Schuko | AC (1-phasig) | V2L, Einführung von V2H und V2G voraussichtlich in der nächsten Generation | |
CHAdeMO | DC | V2H / V2G (vorbereitet) | |
CHAdeMO | DC | V2H / V2G (vorbereitet) | |
Mitsubishi ¹ Outlander / iMIEV¹ | CHAdeMO | DC | V2H / V2G (vorbereitet) |
Schuko | AC (1-phasig) | V2L | |
Schuko | AC (1-phasig) | V2L | |
Schuko | AC (1-phasig) | V2L | |
Schuko | AC (1-phasig) | V2L | |
Schuko | AC (1-phasig) | V2L | |
Typ 2 | AC (1-phasig) | V2L, V2H und V2G vorbereitet | |