Update: Tankrabatt in Italien verlängert
Super E10 in Schweden am g ünstigsten, Diesel in Polen
Besonders teuer: Super E10 in Dänemark, Diesel in der Schweiz
Tanktourismus oft nicht ratsam
Hinweis: In der EU-Preisermittlung ist das Ende des Tankrabatts in Polen am 31. August nicht berücksichtigt.
Es gibt jedoch Länder, in denen man sein Fahrzeug prinzipiell günstiger als in Deutschland betanken kann. Dazu gehören beispielsweise regelmäßig Polen, Spanien und Tschechien. Teurer als in Deutschland tankt man – immer bezogen auf landesweite Durchschnittspreise – in den Niederlanden, in Dänemark und häufig auch in der Schweiz. Dies war auch vor Beginn des Iran-Konflikts der Fall.
Betrachtet man die Daten der EU-Kommission, betragen die Preisdifferenzen zwischen den Ländern bei Super E10 derzeit über 1 Euro, bei Diesel 70 Cent.
Wegen Iran-Konflikt: Preisdeckelungen im Ausland
Italien: Tankrabatt für Diesel bis 10. September
Die italienische Regierung verlängert erneut die Senkung der Verbrauchssteuer auf Diesel bis Donnerstag, 10. September. Diesel wird dadurch um insgesamt 17 Cent je Liter billiger. Für Benzin gibt es keine Entlastung.
Österreich: Spritpreisbremse auch im September
Sprit in Österreich ist wegen der niedrigeren Mineralölsteuer dort generell etwas günstiger als in Deutschland. Aber auch hier waren die Preise im Zuge des Iran-Konflikts gestiegen. Die im April eingeführte Spritpreisbremse wird auch im September weitergeführt. Bis Ende des Monats wird die Mineralölsteuer (MöSt) um 1,9 Cent pro Liter gesenkt.
Weiterhin gültig ist, dass die Tankstellen bis Ende September Preissenkungen bei den internationalen Preisnotierungen verpflichtend weitergeben müssen.
Tankrabatt in Polen ist ausgelaufen
In Polen dürften die Preise für Benzin und Diesel im September deutlich steigen. Mit dem Ende der polnischen Schulferien am 31. August ist auch die Gültigkeit des aktuellen Spritpreispakets ausgelaufen. Der für Montag, 31. August, festgelegte Maximalpreis lag für den Liter Normalbenzin bei umgerechnet etwa 1,54 Euro, für Super bei umgerechnet etwa 1,73 Euro und für Diesel bei umgerechnet etwa 1,70 Euro, wie das Energieministerium bekannt gab.
Nach Schätzungen dürften sich die Preise für Benzin und Diesel nach Ablauf des Tankrabatts umgerechnet 14 bis 20 Cent pro Liter erhöhen. Seit dem 17. August galt in Polen ein verringerter Mehrwertsteuersatz von 8 Prozent. Zudem legte das Energieministerium täglich einen maximalen Kraftstoff-Einzelhandelspreis fest. Die Regierung in Warschau wollte mit dem Spritpreispaket den Autofahrenden finanzielle Erleichterung bei der Rückkehr aus dem Urlaub verschaffen.
Kroatien: Staatlich regulierte Höchstpreise
Die kroatische Regierung hatte zu Beginn der Krise im Nahen Osten beschlossen, die Höchstpreise für Kraftstoffe zu begrenzen. Die Preisobergrenze liegt seither deutlich unter den Durchschnittspreisen in Deutschland. Sie gilt für Benzin, Diesel, blauen Diesel und Flüssiggas (LPG) in Flaschen und Kanistern, nicht jedoch für Premiumkraftstoffe und Benzin mit höherer Oktanzahl.
Frankreich: Spritpreis-Grenze für Total-Tankstellen
Angesichts des weiterhin nicht gelösten Iran-Kriegs und steigender Kraftstoffpreise hat der Energiekonzern Total für sein Tankstellennetz in Frankreich bis auf Weiteres einen Spritpreisdeckel eingeführt. Der Preis für Benzin ist auf 1,99 Euro und der für Diesel auf 2,25 Euro pro Liter begrenzt, teilte Total in Paris mit. Die Höchstpreise gelten an den rund 3300 Tankstellen des Konzerns in Frankreich.
Warum Tanken im Ausland oft günstiger ist
Selbst wenn der Literpreis aktuell in vielen Ländern Europas deutlich teurer geworden ist, bleibt er vorerst oft unter den Kraftstoffpreisen in Deutschland. Fast immer liegt das daran, dass in solchen Ländern generell geringere Steuern und Abgaben auf Benzin und Diesel fällig sind – dafür gibt es dort aber in der Regel andere Einnahmequellen für den Staat, wie zum Beispiel eine Zulassungssteuer, die es in Deutschland nicht gibt.
Hinzu kommt, dass auch der Wechselkurs eine Rolle spielen kann, wie etwa in Polen. "Gewinnt die dortige Währung gegenüber dem Euro an Wert, schlägt sich das auch in den Spritpreisen nieder und sie erscheinen – wie beim Beispiel Polen – auf den ersten Blick noch mal ein wenig günstiger als bei uns", erklärt ADAC Kraftstoffmarktexperte Christian Laberer.
Tanktourismus ins Nachbarland nicht immer ratsam
Die günstigen Spritpreise in Slowenien, Polen, der Slowakei und Tschechien lösten zu Beginn des Nahost-Konflikts eine Art Tanktourismus aus. Doch während der Sprit im Tank (und bis zu 20 Liter in Reservekanistern) zollfrei die Grenze passieren darf, müssen größere Mengen verzollt werden. Der deutsche Zoll führt deshalb vermehrt Stichprobenkontrollen durch. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Grenzgebieten Brandenburgs, Sachsens und Bayerns.
Der ADAC rät davon ab, lange Strecken oder größere Umwege nur zum Tanken zurückzulegen. Dies lohnt aufgrund des Kraftstoffverbrauchs für diese Strecken und auch wegen des Zeitaufwands selten. Wenn man allerdings sowieso in einem günstigen Land unterwegs ist, lohnt es sich natürlich, den Tank – zum Beispiel auch vor der Heim- oder Weiterreise – noch einmal vollzumachen. Wer zusätzlich Reservekanister füllen möchte, sollte die erlaubte Menge an Kraftstoff keinesfalls überschreiten.
Auch im Ausland regionale Unterschiede
Auch im Ausland gibt es zum Teil starke regionale Unterschiede. In manchen Ländern ist der Sprit außerdem – genau wie in Deutschland – an den Autobahnen sehr viel teurer als hinter der jeweils nächsten Ausfahrt. Darauf sollte man auch als Tourist oder Touristin achten. Wer für Deutschland die Spritpreise in Echtzeit verfolgen möchte, dem hilft die ADAC Drive App.
Mit Material von dpa.