Waldbrände: Lage in Spanien entspannt sich
Von Sabrina Doschek

Entspannung für Spanien-Reisende: Die meisten Waldbrände sind inzwischen unter Kontrolle. Zeitweise wurden Hunderte Menschen evakuiert und wichtige Verkehrsverbindungen gesperrt. Doch jetzt droht eine neue Hitzewelle von bis zu 44 Grad in Sevilla.
Großer Waldbrand nahe Valencia unter Kontrolle
Landesweit immer weniger Wald- und Vegetationsbrände
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Waldbrände in Spanien weitgehend gelöscht, neue Hitzewelle droht
Europa steht erneut unter dem Einfluss einer massiven Hitzewelle: Bereits zum sechsten Mal in diesem Jahr steigen die Temperaturen in vielen Regionen deutlich über die üblichen Werte. Spanien ist besonders betroffen: Bis zu 44 Grad werden beispielsweise in Sevilla erwartet.
Im ganzen Land klettern die Temperaturen auf gefährliche Höhen: Am Freitag, 4. September, sowie am Wochenende vom 5. und 6. September hält die extreme Hitzewelle an, vielerorts sind 40 Grad und mehr möglich. Dadurch steigt auch die Waldbrandgefahr wieder deutlich an. Eine aktuelle Wettervorhersage bietet der staatliche spanische Wetterdienst Aemet.
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Waldbrand nahe Valencia unter Kontrolle
Zuletzt sorgte ein Waldbrand in der Region Valencia für erhebliche Einschränkungen. Im Naturpark l'Albufera südlich der Stadt Valencia brannte es seit Donnerstag, 27. August. Betroffen war die Devesa de El Saler, ein beliebtes Naherholungsgebiet mit Stränden, Campingplätzen und Wanderwegen. Mehr als 200 Menschen wurden evakuiert, die Küstenstraße CV-500 wurde zeitweise gesperrt. Inzwischen ist der Brand unter Kontrolle, die meisten Zugänge sind wieder freigegeben.
Serra de Collserola: Feuer bei Barcelona unter Kontrolle
Auch der Waldbrand am nördlichen Stadtrand von Barcelona ist unter Kontrolle. Wie die staatliche katalanische Nachrichtenagentur ACN berichtet, konnten die rund 30 Evakuierten in ihre Häuser zurückkehren. Nach Angaben der katalanischen Forst- und Umweltbehörde Agents Rurals wurden rund 54,5 Hektar Wald- und Buschland im Naturpark Serra de Collserola zerstört. Das entspricht etwa 76 Fußballfeldern.
Deutlich weniger aktive Waldbrände in Spanien
Laut dem European Forest Fire Information System (EFFIS) wurden in diesem Jahr bereits mehr als 295.000 Hektar Land durch Waldbrände zerstört. Mindestens 3500 Menschen mussten alleine in den letzten Wochen evakuiert werden.
Nach Angaben des spanischen Waldbrandportals Incendios Forestales sind am Freitag, 4. September, landesweit 20 Wald- und Vegetationsbrände aktiv. Auch andere europäische Länder werden seit Wochen von einer ganzen Serie von Waldbränden heimgesucht.
ADAC Mitglieder, die in ihrem Urlaub in Not geraten und Hilfe benötigen, können sich an den ADAC Auslandsnotruf (Tel. +49 89 22 22 22 ) wenden. Weitere Kontaktmöglichkeiten zum ADAC finden Sie hier.
Verhaltensregeln bei Waldbränden
In betroffenen Waldbrandregionen sollten Reisende besonders vorsichtig sein. Nicht selten werden Waldbrände auch durch Unachtsamkeit ausgelöst.
Naturkatastrophen: Diese Rechte haben Reisende
Pauschalurlauberinnen und -urlauber können kostenlos stornieren, wenn am Urlaubsort oder in dessen unmittelbarer Nähe sogenannte unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände auftreten, die die Reise erheblich beeinträchtigen.
Waldbrände können solche außergewöhnlichen Umstände sein, allerdings muss die gebuchte Reise auch konkret oder zumindest mit hinreichender Wahrscheinlichkeit von diesen Bränden bzw. den Folgen, wie Rauch in der Luft, betroffen sein. Urlauber können sich hierauf nur berufen, wenn die Reise zeitnah bevorsteht und es in eine Region gehen soll, in der die Waldbrände unmittelbar stattfinden.
Anders sieht es aus, wenn die Reise nicht in Kürze beginnt. Schließlich kann man nicht immer vorhersagen, wann Brände gelöscht sein könnten. Somit lässt sich auch nicht Wochen oder Monate vor Beginn der Reise abschätzen, ob diese erheblich beeinträchtigt wird. Ein kostenloses Storno wäre dann also nicht möglich. Brennt es irgendwo anders im Land, ist dies ebenfalls kein Grund, kostenfrei zurückzutreten. Es empfiehlt sich bei nicht unmittelbar bevorstehenden Reisen, die Entwicklung der Lage im Einzelfall vor Ort weiter zu beobachten.
Aktuelle Verkehrsmeldungen aus Spanien bietet die Website des spanischen Verkehrsministeriums DGT.
Hitze oder Angst vor Waldbränden kein Stornogrund
Extreme Hitze allein genügt übrigens nicht, um eine Reise kostenlos zu stornieren. Wird die Reise aus bloßer Angst oder wegen Bedenken abgesagt, muss damit gerechnet werden, dass der Veranstalter Stornokosten verlangt.
Feuer treten während des Urlaubs auf – was tun?
Treten im Pauschalurlaub die Probleme erst während der Reise auf, kann man den Vertrag unter gewissen Voraussetzungen kündigen und die Heimreise antreten. Hierzu muss aber belegt werden, dass die Reise durch außergewöhnliche Umstände erheblich beeinträchtigt wird. Muss der Reiseveranstalter aufgrund der vorzeitigen Kündigung der Reisenden Leistungen nicht mehr erbringen, kann er hierfür auch keine Kosten verlangen. Außerdem muss er die Rückreise der Reisenden sicherstellen, wenn diese Teil des Reisevertrags ist. Mögliche Mehrkosten sind vom Reiseveranstalter zu tragen.
Ist die Rückreise wegen außergewöhnlicher Umstände nicht möglich und müssen Reisende länger bleiben, ist der Veranstalter verpflichtet, eine Unterkunft für einen Zeitraum von maximal drei Tagen zu bezahlen. Wer seine Reise fortsetzt, kann den Reisepreis gegenüber dem Reiseveranstalter mindern, wenn ein (nicht unerheblicher) Reisemangel vorliegt, zum Beispiel weil vertraglich vereinbarte Leistungen nicht erbracht werden.
Waldbrände: Das gilt für Individualreisende
Nach deutschem Recht müssen auch Individualreisende bereits gebuchte Leistungen wie Flug und Unterkunft nicht zahlen, wenn diese nicht erbracht werden. Das kann der Fall sein, wenn die Urlaubsregion, in der sich das Hotel befindet, gesperrt ist. Ist die Unterkunft jedoch zugänglich, ohne dass Reisende sich in Gefahr begeben, sind diese auf die Kulanz des Anbieters angewiesen. Reisende bekommen auch dann ihr Geld zurück, wenn ein kostenfreies Rücktrittsrecht vertraglich vereinbart wurde.
Mit Material von dpa.